Digitale Souveränität wird in der öffentlichen Verwaltung häufig mit Datenstandorten, europäischen Anbietern oder Cloud-Strategien verbunden. Doch entscheidende Abhängigkeiten entstehen oft an anderer Stelle: in der technischen Infrastruktur und den Werkzeugen, mit denen sie betrieben wird.
In seinem Gastbeitrag bei eGovernment zeigt Dr. Jonas Trüstedt, warum der Standort eines Rechenzentrums allein noch keine digitale Unabhängigkeit gewährleistet. Proprietäre Managementplattformen, geschlossene Schnittstellen, Automatisierungswerkzeuge oder Software-Lieferketten können langfristige Abhängigkeiten schaffen – selbst dann, wenn Anwendungen vollständig On-Premises oder innerhalb Europas betrieben werden.
Gerade für Behörden stellt sich deshalb die Frage, wie kontrollierbar, portabel und migrationsfähig ihre IT langfristig bleibt. Der Beitrag beleuchtet unter anderem mögliche Lock-in-Effekte bei zentralen Plattformen und EfA-Lösungen und zeigt, welche Rolle offene Standards, dokumentierte Schnittstellen, reproduzierbare Infrastruktur und Open Source für mehr Handlungsspielraum spielen können.
Wie souverän ist die eigene IT tatsächlich? Der Fachbeitrag liefert konkrete Leitfragen, mit denen Behörden bestehende Abhängigkeiten und zukünftige Handlungsspielräume besser einschätzen können.